Die ADAC Reisekrankenversicherung -Fallen und Tücken-
Der (Un-)Fall
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Am 30.April habe ich zusammen mit meinem Freund Wolfgang, der hier in TH ansässig ist, eine (die größte?) Bhuddastatue auf einem Berg besuchen wollen. Auf der Fahrt mit dem Motorrad (jeder eines) geschah es dann am Berg, daß die Straße zu einem befestigten Weg mit aufliegendem, gelbem Sand wurde. Um den zahlreichen, landestypischen Schlaglöchern auszuweichen ist das Motorrad bei niedriger Geschwindigkeit seitlich weggerutscht und ich landete unter selbigem auf dem Boden.Etwas überrascht und verwirrt begann ich mich zu sammeln, unterbrach den Vorgang des Dunkelwerdens um mich herum und ließ das Motorrad von Wolfgang von mir entfernen. Es stellte sich schnell heraus, daß das Motorrad nur geringfügige Schäden aufwies. Ein Spiegel war ab und ein Fußraste verbogen, was sich leicht richten ließ. Mein Helm hatte auch Schäden, die also schonmal nicht an meinem Kopf waren.
Dann stellte ich fest, daß ich doch an mehreren Stellen blutete und meine neue Hose ein Loch hatte. Das Loch ist nicht versichert und soll hier nicht weiter behandelt werden.
An linkem Arm, Hand und Fuß hatte ich großflächige Schürfwunden, welche auch von dem Sand stark verunreinigt waren. Weitere kleinere Abschürfungen beachten wir hier nicht weiter, da sie nicht kostenrelevant sind :-). Nachdem somit die Statuserfassung gelaufen war, rief Wolfgang lokale Bekannte an, um einen geeigneten Arzt in der Nähe zu lokalisieren. Da ich nicht auf dem Berg verbleiben wollte, sind wir also losgefahren und haben den Arzt in Katu aufgesucht.
Nach kurzer, oberflächlicher Reinigung der Wunden und Untersuchung verwies er mich weiter ins Krankenhaus nach Patong zum Röntgen.
Im Patong Hospital wurde ich unverzüglich und extrem freundlich und fachgerecht behandelt. Nach ausgiebiger Reinigung aller Wunden wurde ich geröntgt. Anschließend erklärte mir der zuständige Arzt, daß ich mir eine Rippe gebrochen hätte und das bedeute "many, many weeks" und natürlich Schmerzen. Eine Tetanusimpfung und eine handvoll Tabletten gegen Entzündungen und Schmerzen etc. rundeten das Bild ab und ich durfte nach Hause. Das mit den Schmerzen kam dann auch bald. Nicht Husten, nicht Niessen, nicht Gähnen, kein Naseputzen. Und natürlich auch nicht Lachen im Land des Lächelns.
Neuverbinden in 3 Tagen. Ach ja, natürlich voher noch an der Kasse auf dem Weg zum Ausgang zahlen. Praktisch.
Und am 1. Mai natürlich auf keine Demo. Pech.
Die Gefährten
Von nun an -deutlich gekennzeichnet durch die großflächigen Verbände an Arm, Hand und Fuß- veränderte sich mein Leben :-) ... Alle Thais auf der Straße nicken (aner-)kennend und fragen: "Motobike Accident?!" Wer hatte noch keinen hier in diesem Lande der Bikes?!
Die Residents und Touristen: "Ach ja, ADAC-Reisekrankenversicherung?! Gut, da brauchst Du Dir ja keine Sorgen zu machen, die zahlen das ja alles." Was denn alles? "Deinen Rückflug kannste abhaken, Du kannst doch keinen Koffer tragen. Also musst Du 14 Tage länger bleiben. In vier Wochen geht es dann wohl. Aber keine Sorge: Versicherung ist ja ok."
Das wollte ich genau wissen und schrieb am 13.5. eine Anfrage auf dem Web-Kontaktformular des ADAC an die Versicherung wegen der Umbuchungskosten des Fluges und der Unterbringungsmehrkosten für die ca. 14 Tage. Es war Wochenende. Nach 5 Tagen, am 18.5., habe ich dann mal unter der Referenznummer, die ich erhalten habe nachgefragt, ob man gedenke mir zu antworten.
Die Anfrage an die ADAC Reisekrankenversicherung
Nun, nach Studium der Versicherungsbedingungen und der entsprechenden Seiten im Web der ADAC KV kam ich zu dem Schluß, daß ich die Kostenübernahme mal etwas hinterfragen müsse. Ich schrieb am 13.5. also auf dem Webformular, ob die Versicherung die LTU-Umbuchungskosten (< 100 EUR) und die ca. 14 Tage Overstay im Guesthouse zahlen würde. Denn in den Versicherungsbedingungen war immer nur von Heimtransport und Sargtransport die Rede und soweit bin ich ja noch nicht. Ich bekam eine Refernznummer und KEINE Kopie meines Schreibens sofort per EMail zugestellt.
Heute, am 26.5., erreichte mich eine EMail der Krankenversicherung, in der diese daraufhinwies, daß Öffnen von Anhängen gefährlich sei und auf eigene Gefahr passiere. Der Anhang war dann eine Microsoft-Word-Datei! Schlimmer geht es ja nicht!(Siehe http://www.gnu.org/philosophy/no-word-attachments.de.html) Aber in gutem Glauben an mein Open Office öffnete ich den Anhang dann damit und las:
Kosten die aufgrund einer außerplanmäßigen Heimreise anfallen, wären lediglich über eine ADAC-Plusmitgliedschaft versichert.
Daher können wir uns an Ihren Kosten leider nicht beteiligen.
Irgendwie muß ich sagen: Thema verfehlt. Ich habe nicht nach einer Heimreise gefragt, sondern nur nach den Umbuchungskosten. Die Unterkunft wurde auch nicht behandelt. Und wenn jeder Fall in mehrere Fälle aufgeteilt wird, ADAC-Plusmitgliedschaft etc., dann ist zu erwarten, daß man dann noch eine Amex Goldcard braucht. Und vielleicht ein persönliches Anschreiben des Versicherungsvorsitzenden. Oder wie oder was? Wie machen das die anderen Versicherer, die keine PLUS-Mitgliedschaft im Hintergrund haben? Die ADAC Versicherung war 4 EUR teurer als die vergleichbare der AOK-Partnerversicherung. Dumm, daß ich als ADAC-Mitglied in gutem Glauben gerade dort abgeschlossen habe und auch noch teurer.
Die Behandlung
Nach dem ersten Krankenhausbesuch folgten bis heute alle drei Tage Verbandswechsel. Beachtlich war die Sorgfalt und Rücksichtsnahme der Schwestern und der Preis... Heute wurde das letzte Verbändchen von meiner Hand entfernt und bis auf etliche Verfärbungen bin ich äußerlich wieder ok. Interessant war, daß dies dann nicht mehr berechnet wurde, weil ja alles ok war. Undenkbar in Deutschland.
Meine Rippe macht sich jedoch noch bei unbedachten Bewegungen und Hebungen sofort bemerkbar. Aber auch das klingt ab und ich glaube, ich muß den angemeldeten Abflugtermin nun auch tatsächlich wahrnehmen. Schade. Einiges habe ich ja wohl bei diesem Urlaub verpasst. Aber bislang war es trotzdem recht schön.
Beim Verlassen des Geländes des Patong Hospitals findet man sich freundlich mit einem in Marmor graviertem Gruß verabschiedet. Siehe dazu das Foto rechts. Auch der Schreibfehler in Deutsch ist eigentlich garnicht so falsch...
Der Antrag
Mit Datum vom 15.06.2008 habe ich die Papiere (Quittungen, Listen, Flugtickets, Bordkarten, Antrag, Ausdruck dieser Webseite usw.) zusammengepackt und an die ADAC Versicherungen geschickt. Natürlich habe ich alle Positionen aufgelistet, auch Medikamente, die ich in der Apotheke ohne Quittung kaufen musste. Es fehlten zwar noch ein paar kleinere Beträge, aber der Frust hat ja auch so schon eingesetzt. Nun heißt es abwarten, was sich die Versicherung ausdenkt.
Übrigens: Heute kam ein Schreiben der ADAC Versicherungen an, in dem mir eine ADAC-Unfallversicherung empfohlen wurde. Nach genauer Prüfung der Leistungen dieser Versicherung muß ich sagen, die ist genauso löchrig wie die KV. Wieder wird man "betreut" und kriegt im Falle einer Invalidität vielleicht Geld. Auch hier würden die wahren Kosten des Unfalles nicht getragen.
Mit Datum vom 7.8.2008 wurde angekündigt EUR 92,67 zu übernehmen. Abgesehen davon, dass die freihändig gekauften Medikamente auch nicht anerkannt wurden, fehlen alle krankheitsbedingten Nebenkosten. Als Normalurlauber hätte ich mich natürlich sofort nach Hause fliegen lassen können. Das wäre zwar teurer, ist jedoch inklusive. Naja.
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